Alma: Von Syrien nach Saarbrücken

Alma

Foto: Alma (Selfie)

Seit Monaten kommen immer mehr Flüchtlinge nach Europa. Auch ins Saarland – eine von ihnen ist Alma, ein 17-jähriges Mädchen aus Douma in Syrien.

Als Alma im Januar 1999 geboren wurde, ahnte sie noch nicht, dass sie 14 Jahre später ihr Heimatland verlassen muss und ins Saarland kommen wird. Dies ist ein Portrait darüber, warum sie geflüchtet ist und was ihre Pläne für die Zukunft sind.


Hintergrund: Vor fast fünf Jahren gab es in Syrien Proteste gegen den Präsidenten Baschar-al-Assad. Die Menschen forderten mehr Freiheit, zum Beispiel dass jeder offen seine Meinung sagen darf. Die syrische Regierung ließ die Proteste mit Gewalt beenden. Seit dem Frühjahr 2011 gibt es Kämpfe zwischen den Anhängern des Herrschers und seinen Gegnern, den sogenannten Rebellen. Ebenso hat der « Islamische Staat » Gebiete erobert, sodass eine sehr unübersichtliche Lage entstanden ist.


Für Alma und ihre Familie, gab es viele Gründe Douma zu verlassen. « Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, einmal das Deutsch-Französische Gymnasium zu besuchen », sagte Alma im Interview.

Als der Krieg anfing, mussten sie ihr Haus in Douma, einem Vorort von Dasmaskus, der Hauptstadt von Syrien, verlassen und nach Damaskus umziehen, da die Situation sehr schlimm war. Ihre Eltern sind Ärzte. Um Geld zu verdienen, müssen Patienten zu ihnen kommen können, die aber nicht in einen Vorort kommen, in dem es zu gefährlich ist. Außerdem wurden sie von Soldaten diskriminiert und dafür verantwortlich gemacht, den Krieg anzuzetteln.

Auf Facebook hat sie den Satz I prefer dangerous freedom over peaceful slavery (übersetzt: Ich bevorzuge die gefährliche Freiheit mehr als die friedliche Sklaverei) gepostet. Auf die Frage, was sie mit dem Satz meine, antwortete sie, dass dies das Motto sei, nach dem sie lebe. Alma glaubt an Freiheit, sodass sie im Allgemeinen – nicht nur auf Syrien bezogen – kein Leben unter strenger Beherrschung ertragen könne, auch im Alltag nicht. Sie liebt es frei zu sein, das Leben zu genießen, ohne sich an die Normen der Gesellschaft anpassen zu müssen. Sie glaubt, jeder hat das Recht, sich zu äußern, egal ob mit Worten, Bildern oder auch durch Posten und Teilen von Beiträgen auf sozialen Plattformen, ohne dass man dafür bestraft werde oder sich unsicher fühlen müsse.

Ich frage mich, wie es ist, aus seiner Heimat zu flüchten und somit alles aufzugeben. Alma war während der Flucht sehr aufgeregt und traurig. « Ich habe mich entschieden zu flüchten, ich wusste, dass dies die richtige Entscheidung für mich ist. Ich suchte nach meiner Zukunft. », so Alma. Jetzt weiß sie, dass sie hier sicherer ist. Außerdem hat sie mehr Chancen, eine gute Ausbildung zu bekommen. Sie meint, dass viele der besten Lehrer sowie Professoren während des Krieges geflüchtet seien, die jetzt im Ausland arbeiten. Alma hat einen Onkel, der in Hannover wohnt. Bei ihm haben sie und ihre Familie anfangs eine Woche gewohnt, bevor sie sich in Saarbrücken niedergelassen haben.

Auf die Frage, ob sie so schnell wie möglich wieder zurück nach Syrien möchte, sagte sie: « Ich liebe Syrien, natürlich. Dort habe ich meine besten Kindheitserinnerungen gehabt und Leute kennengelernt, die einfach unersetzbar sind. » Sie hofft, dass der Frieden bald in den ganzen Mittleren Osten kommen werde. Selbstverständlich werde sie nach ihrem Studium in ihre Heimat zurückkehren, da sie der Meinung ist, egal wie viel Zeit man im Ausland verbringt, gehört man immer noch dahin, wo man herkommt.

Alma findet, dass Syrer nicht nur finanzielle Hilfe und Sicherheit brauchen, sondern auch psychische Hilfe. Daher möchte sie später einmal in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und auch Psychiaterin werden. Zusätzlich will sie viel verreisen, sodass sie ihre Sprachkenntnisse verbessern kann. Gerne würde sie einmal an einer berühmten Universität studieren.

 

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