50e anniversaire du baccalauréat franco-allemand : témoignage d’un des premiers diplômés

Johannes Röder (Foto: privat)

A quoi ressemblait notre école à ses débuts ? A l’occasion du 50ème anniversaire du baccalauréat franco-allemand, nous avons posé quelques questions à un ancien élève du LFA, Johannes Röder, ingénieur. (la suite en allemand)

Als wir 1963 unsere schulische Laufbahn am Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken starteten, wussten wir lediglich, dass es eine Ganztagschule im Vollstundenunterricht sei.

Ein deutsch-französisches Abitur war zwar das erklärte Ziel des damaligen Direktors Paul Rasch, das Abitur war aber noch weit entfernt und natürlich war es unklar, ob Herr Rasch seinen Traum verwirklichen könne.

Die ersten Erfahrungen mit dem DFG waren zunächst der Unterricht in vollen Stunden, vormittags 4 Stunden und nachmittags 3 Stunden. Man konnte in der Schule mittagessen, gar nicht mal schlecht,  am besten war es samstags, denn da stand Rotwein auf dem Tisch, einer der Vorteile der damals noch vorherrschenden französischen Organisation des Gymnasiums. Es gab allerdings auch Nachteile wie das Nachsitzen von bis zu vier Stunden, wenn man sich in den Augen der „Surveillants“ daneben benommen hatte. Das Nachsitzen hatte zur Folge, dass man am ansonsten schulfreien Donnerstag erscheinen musste..

Zwischen den Schülern des französischen und des deutsche Zweigs gab es wenig Kontakt, da beide Zweige in den ersten Jahren nach der Einrichtung des deutschen Zweigs komplett getrennt waren und jeder Jugendliche in seiner Muttersprache unterrichtet wurde. Erst später hatten wir die Fächer Biologie, Erdkunde und Kunst zeitweise komplett in französischer Sprache, was uns allerdings weder die Sprache noch die Fächer näher brachte.

Die Ausstattung der Klassenräume entsprach dem damals üblichen „Standard“ und stammte halt aus französischen Beständen. Die Schulbildung im DFG unterschied sich nicht wesentlich von anderen Schulen, zumal Französisch im Saarland ohnehin erste Fremdsprache war und die meisten Schulen Französisch in 9 Jahren unterrichteten. Der Unterschied wurde erst dann deutlich, wenn ein Klassenkamerad das Gymnasium wechselte und dadurch seinen Notendurchschnitt um 2 Noten verbessern konnte. Das liess uns mehrmals an der Wahl des Gymnasiums zweifeln. Als Kinder eines Oberstudienrates waren meine Schwester und ich auf diese besondere Schule geschickt worden und haben es durchgezogen.

Der für mich der beste Lehrer und Mentor war Herr Rasch, der gleichzeitig unser Französischlehrer war und mit seiner kompetenten, konsequenten und zielgerichteten Arbeit für eine gute Mitarbeit und eine gute Sprachkompetenz sorgte.

Schliesslich ist es ihm gelungen, dass 1972 das erste deutsch-französische Abitur Realität wurde und ich somit zu den ersten Absolventen zählen durfte.

Der Unterschied zu einem Abitur an anderen Gymnasien lag darin, dass die Prüfungen in allen Sprachen, d.h. Deutsch, Französisch und Englisch aus Textinterpretationen bestanden. Die Abiturzeugnisse wurden vom damaliger Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder ausgegeben. Er verlies die Namen und Noten, nur meine weniger gute Note wollte als Cousin meines Vaters lieber nicht erwähnen.

Rückblickend hatte der Besuch des DFG und speziell das deutsch-französische Abitur zwei Vorteile: Erstens die Möglichkeit, ohne Aufnahmeprüfung in Frankreich zu studieren, was ich zunächst auch wahrgenommen hatte. Zweitens die Sprachkompetenz in Französisch, die es mir seit 36 Jahre erleichtert, in Tunesien zurechtzukommen und die es mir seit 15 Jahren erlaubt, Unterlagen für die berufliche Bildung in Tunesien und Marokko zu erarbeiten und Seminare durchzuführen.

Aufgrund der Angabe, Experten seien gesucht, hatte ich 1975 die Ausbildung zum Bekleidungsingenieur, d.h. Ingenieur für industrielle Herstellung von Bekleidung, gewählt. Nach 7 Jahren Berufstätigkeit in Deutschland lebe ich seit 1985 in Tunesien, wo ich nach insgesamt 25 Jahren Industrieerfahrung seit 2005, und bis heute, als Experte für beruflichen Bildung im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit tätig bin.

Gastbeitrag von Johannes « Jan » Röder

Timo Poetsch

Bonjour, je suis Timo Poetsch de la classe de 5bi1. J'ai douze ans, je m'intéresse à l'informatique et à toutes sortes de sujets importants dans la vie de tous les jours, par exemple l'environnement. Je fais partie de Camäléon car j'aime le journalisme. Mes passions sont le badminton et jouer au piano.

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Timo Poetsch

Un commentaire sur “50e anniversaire du baccalauréat franco-allemand : témoignage d’un des premiers diplômés

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    19. avril 2022 à 07:45
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    Lieber « Jan »,
    Danke für Deine auch nach meiner Meinung zutreffenden Worte über das erste gemeinsame deutsch- französische Abitur vor 50 Jahren.
    Cordialement
    Gerhard Schäfer

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