Halloween – An der Grenze zwischen Lebenden und Toten

Foto: SzaboJanos / pixabay.com

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Bald ist wieder Halloween! Was der Gruseltag mit alten Druiden, düsteren Prophezeiungen und hungrigen Geistern zu tun hat, erfahrt ihr hier.

Halloween ist einer der ältesten Feiertage, der jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert wird. Angefangen hat dieser mit dem antiken Fest Samhain.

Vor 2000 Jahren feierten die Kelten, die hauptsächlich in Irland, Großbritannien und im Norden Frankreichs lebten, dieses Fest zur Feier des Neujahrs. Dies war bei den Kelten der 1. November.

Sie zündeten Lagerfeuer an und trugen Kostüme, um Geister abzuwehren. Dieses Datum markierte das Ende des Sommers und den Anfang des kalten, dunklen Winters, der oft mit dem Tod assoziiert wurde.

Kelten – Rückkehr der Toten

Foto: Michael Aigner / pixabay.com

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Die Kelten glaubten, dass in der Nacht vor dem 1. November, die Nacht vor dem Neujahr, die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten verschwammen. So feierten sie am 31. Oktober Samhain, weil sie glaubten, dass die Geister der Toten zurückkehrten.

Die Kostüme entstanden so: Die Kelten glaubten, dass die Präsenz der anderweltlichen Geister den Druiden helfe, Prophezeiungen zu machen und die Zukunft vorherzusagen. Deswegen zündeten die Druiden heilige Lagerfeuer an, wo die Kelten als Opfer für die keltischen Gottheiten Tiere oder Ähnliches verbrannten. Dabei trugen die Kelten Kostüme und versuchten, sich gegenseitig ihre Zukunft vorherzusagen. Später kamen immer mehr Traditionen und Einflüsse verschiedener Glauben hinzu.

Deutschland – „Süßes oder Saures“

Seit Halloween auch in Deutschland ankam, feiern Kinder und sogar Erwachsene es. Es soll keine Geister hervorrufen, sondern nur zum Spaß oder Erschrecken der Leute dienen. Hier gehen in der Regel verkleidete Leute von Tür zu Tür und fordern Süßigkeiten mit dem Spruch „Süßes oder Saures“, der aus Amerika kommt. Die Kelten wollten früher mit kleinen Gaben die Geister besänftigen. Diese Theorie ist jedoch nicht bewiesen.

Frankreich – Jack-O’Lantern

In Frankreich wird Halloween genauso wie in Deutschland gefeiert. Hier und auch in Deutschland schnitzen die Leute gerne Kürbisse. Diese Tradition der Jack O`Lantern geht auf die Legende des irischen Hufschmieds Jack Oldfield zurück. Zusammengefasst soll der Kürbis auch zur Abwehr des Teufels und von Geistern dienen.

Mexiko – Día de los Muertos

Día de Muertos

Foto: Jose Sanchez Hernandez / pixabay.com

In Mexiko wird nicht Halloween sondern der „Día de los Muertos“ gefeiert, was auf Deutsch „Tag der Toten“ heißt. Dieser Feiertag ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem an die Verstorbenen gedacht wird. Den „Día de los Muertos“ feiern die Mexikaner am 2. November. Der Glaube der Mexikaner ist, dass die Toten ein Mal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch kommen und mit den Lebenden ein fröhliches Fest mit Musik und Tanz feiern.

Die Kostüme der Mexikaner beim Feiern dieses besonderen Tages sind sehr bunt, überall werden Blumen aufgehängt und überall werden Skelette mit ganz unterschiedlichen Formen hingestellt. Die Mexikaner schminken sich als Skelett mit sehr vielen Farben und Blumen. In Mexiko ist dieses Fest also eher fröhlich.

USA – Trick or treat

Halloween wurde im 19. Jahrhundert von Irland in die USA importiert. Dort ist Halloween, so wie viele anderen Feste, ein sehr kommerzielles Ereignis geworden, was aber fast alle feiern. Dort werden die Häuser extrem viel von außen dekoriert. Der Begriff „Halloween“ kommt übrigens davon, dass es vorher „All Hallows Eve“ hieß, da am 1. November „All Hallows“, also Allerheiligen, ist. Daraus geblieben ist „Halloween“. In den USA gehen vor allem Kinder von Haus zu Haus und sagen den Spruch: „trick or treat“, der „Süßes oder Saures“ auf Deutsch heißt.

China – Fest der hungrigen Geister

In China wird selten Halloween gefeiert. Viel mehr feiert man das „Fest der hungrigen Geister“, dessen Datum sich nach dem chinesischen Kalender richtet. Der Monat, in dem dieses Fest stattfindet, wird auch der „Geistermonat“ genannt. Eine der vielen Traditionen ist zum Beispiel das Schwimmen von Laternen und Papierbooten auf dem Wasser, das den Geistern den Weg ins Jenseits nach ihrem Besuch weisen soll.

Südkorea – Chuseok

In Südkorea wird Halloween auch nicht wirklich gefeiert, aber dafür gibt es dort ein Fest namens „Chuseok“, welches am 15. Tag des achten Mondmonats gefeiert wird und ein wichtiges traditionelles Fest ist. Obwohl der gregorianische Kalender verwendet wird, wird für Festtage der chinesische Kalender verwendet. Das „Chuseok“-Fest gleicht dem Erntedankfest.

Italien – Poveglia: der verfluchteste Ort der Welt

In Italien wird Halloween ähnlich wie in den meisten europäischen Städten gefeiert. Abgesehen davon, dass die Kinder umhergehen und „Dolcetto o scherzetto“ („Süßes oder Saures“) rufen, finden in Italien auch große Halloween-Umzüge statt. Außerdem gibt es in Palermo Europas größte Mumien-Sammlung: Etwa 2000 mumifizierte Tote stehen dort aufrecht in den Wänden, ziemlich gruselig…

Das wars aber immer noch nicht in Italien: Der verfluchteste Ort der Welt ist nämlich die Insel Poveglia bei Venedig. Diese Insel darf nicht betreten werden und gilt tatsächlich als der verfluchteste Ort der Welt. Im 18. Jahrhundert wurden Menschen mit ansteckenden Krankheiten dorthin gebracht und deren Geister sollen dort immer noch spuken. Die Insel ist seit 1970 unbewohnt und gehört dem italienischen Staat.

Also, egal wie ihr Halloween feiert: Schaut zu, dass ihr nicht nach Poveglia reist! Und wenn ihr Halloween nicht feiern möchtet, könnt ihr auch einfach einen gruseligen Film schauen. Viel Spaß!

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