Max Ophüls Festival: Ein Rückblick auf die größte Filmveranstaltung des Saarlandes

Max Ophüls-Festival

Fotomontage: Camäléon / OpenClipart-Vectors

Wie jeden Januar seit mittlerweile 39 Jahren hat dieses Jahr wieder das Max Ophüls Festival in den Saarbrücker Kinos stattgefunden. Worum geht es bei diesem Festival eigentlich und wie lief es dieses Jahr? Camäléon-Redakteur Kian Dier war vor Ort.

Die Eröffnungsfeier

Am Montag, den 23.01.18, fand die Eröffnungsfeier mit dem Premierenfilm « Der Hauptmann” von Robert Schwentke statt. Die obligatorischen Auftritte der Veranstalterin Svenja Böttger und der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer haben die Veranstaltung eingeleitet. Danach wurde ein Ehrenpreis an die Regisseurin Doris Dörrie verliehen und eine kurze Lobrede über ihre Verdienste für den deutschen Film gehalten. Nach der Vorstellung gab Robert Schwentke auch noch ein kurzes Interview zum Film und der Produktion.

Kurzreview:  »Der Hauptmann »

Der Film  »Der Hauptmann », welcher der Eröffnungsfilm für das Max Ophüls Festival war, ist im September 2017 erstmals veröffentlicht worden. Der Film hat einen ziemlich tiefen Eindruck bei mir hinterlassen, weshalb ich hier noch ein Kurreview abgeben möchte: Die Handlung spielt zwei Wochen vor Ende des zweiten Weltkrieges und dreht sich um den jungen Deserteur namens Willi Herold, welcher eine Hauptmannsuniform findet und so seiner Strafe entgeht. Er beginnt schnell die so gewonnen Autorität auszunutzen und erst einige Dorfbewohner und später ein ganzes Gefangenenlager zu terrorisieren. Letzteres endet in einem Sauf-und Mordgelage und schließlich der Zerstörung des Lagers. Der Film liefert interessante aber auch verstörende Sichten auf die schrecklichen Verbrechen der Nazis, allerdings diesmal aus der Täterperspektive. Doch das eigentliche Thema des Films ist der menschliche Absturz eines Opfers in die Rolle des Täters. Die Story basiert auf einer wahren Geschichte, was den Geschehnissen noch mehr Gewicht verleiht.

Trotz all der Gewalt im Film hat mir der Film und sein Bezug zur Jetzt-Zeit gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Das Festival

Das Max Ophüls Preis Festival ist eine cineastische Veranstaltung, bei der Filme von verschiedenen deutschsprachigen Regisseuren meist zum ersten Mal vorgeführt werden. Es lief die ganze Woche vom 23.-28.01.18 und dem Publikum wurden viele sehr unterschiedliche Filme in den Kategorien Dokumentation, Lang-Mittellang-und Kurzfilm präsentiert. Wie viele Saarländer habe ich mir in dieser Wochen die Zeit genommen, um ins Kino zu gehen und mir ein Paar der ”Erstlingswerke” anzusehen. Ich hatte einen allgemein positiven Eindruck vom Festival und den Filmen, die ich dort gesehen habe. Für mich und wohl die meisten Besucher war das Max Ophüls Festival auch dieses Jahr wieder eine willkommene Abwechslung zum ”Mainstream”-Kino und hat einen insgesamt positiven Eindruck hinterlassen.

Hintergrund: Die Person Max Ophüls

Max Ophüls (eigentlich Max Oppenheimer) war einer der wichtigsten deutschen und internationalen Filmemacher überhaupt. Er wurde 1902 in Saarbrücken geboren und hat schon mit 30 Jahren bei seinen ersten Filmen Regie geführt. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft floh er zu Beginn der Nazi-Zeit in die USA, wo er sein Schaffen fortsetzte. Nach Ende des zweiten Weltkrieges kehrte er nach Europa zurück und wurde 1955 auch für den Oscar in den Kategorien “Drehbuch” und “Regie” nominiert. Er verstarb 1957 in Hamburg.

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