340 DFG-Schüler fahren Saarbahn!

Seit dem 30. Oktober sehen die Anzeigetafeln der Saarbahn nochmals anders aus: Dort steht nun oft « Heusweiler Markt ». Geplant ist, dass sie bis zum Frühjahr 2014 in Lebach angekommen ist. In den ersten zehn Jahren wurden über 100 Millionen Fahrgäste transportiert – ein großer Teil natürlich auch Schüler. Aber wie viele sind es vom DFG? Und was halten sie von der Saarbahn?

« Die Saarbahn ist viel zu oft verspätet und dann auch noch überfüllt! », so sehen das viele der etwa 40 DFG-Schüler, die ich zu diesem Thema befragt habe. Von den Befragten fährt etwa ein Drittel täglich mit der Saarbahn zur Schule, das wären hochgerechnet auf die Schule ungefähr 340 Schüler – und diese jeweils zwei Mal am Tag! Die neue Strecke bis nach Heusweiler nutzt jedoch niemand der Befragten.

Ein Zehntel der Schüler sind der Meinung, dass die Saarbahn eher kein sicheres Verkehrsmittel sei und etwa die Hälfte beschwert sich über zu wenig Platz, viele Mitfahrer, technische Störungen und vor allem über die Verspätungen. So meint einer, es sei unverantworlich, « eine Bahn für mehr als drei Schulen fahren zu lassen » und jemand anderes beschwert sich, dass « fast immer nur eine kurze Bahn fährt anstatt einer doppelten ».

Und das, obwohl eine externe Prüfung ergeben haben soll, dass die Saarbahn zu 97,7% pünktlich fährt. In einem Interview in der Saarbrücker Zeitung vom 29. November 2011 erklärt eine Saarbahn-Sprecherin, dass die Verspätungen oft durch Störfaktoren – wie z.B. einen Unfall oder Betriebsfehler auf der DB-Strecke – verursacht würden, auf die die Saarbahn keinen Einfluss habe. Aber dann gibt sie auch zu, dass die Saarbahn sich mehr Züge und höhere Taktungen überhaupt nicht leisten könne, weil sie keinen Gewinn, sondern sogar einen Verlust in der Höhe von 15 bis 16 Millionen Euro pro Jahr einbringe. Und mit den gerade mal 28 Zügen insgesamt sei es nicht möglich, dass jeder Zug als Doppeltraktion fahre.

So wird sich wohl in näherer Zukunft auch nichts ändern an den verspäteten und überfüllten Bahnen…

Hintergrund

Am 30. Oktober 2011 wurde die 2,8 km lange Strecke zwischen Walpershofen/Etzenhofen und Heusweiler Markt in Betrieb genommen. Zu der Eröffnungsfeier zwischen 10 und 18 Uhr kamen viele Menschen, die die Gelegenheit hatten, mit einem kostenlosen Pendelverkehr den neuen Teilabschnitt abzufahren. Mit dieser Eröffnung ist man nun endlich einen Schritt weiter in Richtung Lebach – mit einer Verspätung von über zehn Jahren:

Als die ersten Bauarbeiten für die Saarbahn in der Saarbrücker Innenstadt 1995 begannen, sollte der Endpunkt in nördlicher Richtung, Lebach, schon im Jahre 2000 erreicht werden. Im Oktober 1997 wurde der erste Teilabschnitt von Saargmünd bis zum Saarbrücker Hauptbahnhof eröffnet. Als im Jahre 2000 endlich die Endhaltestelle « Siedlerheim » eröffnet werden konnte, war klar, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden konnte und der Termin für Lebach wurde um vier Jahre auf 2004 verschoben. 2002 kam die Idee auf, eine Saarbahnstrecke in der Ost-West-Achse durch Saarbrücken zu bauen – 2004 sollte Völklingen und spätestens 2007 St. Ingbert über Scheidt erreicht werden. Doch schon vier Jahre später wurden diese Pläne wieder auf Eis gelegt, weil sich der Betrieb nun angeblich doch nicht lohnen würde.

Im September 2009 wurde die Strecke bis Walpershofen/Etzenhofen über Riegelsberg eingeweiht, nachdem sich in Riegelsberg einiger Protest gegen die Saarbahn geregt hatte. An die Lebach-Eröffnung 2004 war natürlich gar nicht mehr zu denken und so wurde diese in mehreren Schritten auf 2013 verschoben. Zwei Jahre später fährt die Saarbahn nun endlich bis nach Heusweiler, und Lebach ist nun für 2014 vorgesehen – mit insgesamt 14 Jahren Verspätung.

Mal sehen, ob wenigstens dieser aktuelle Zeitplan eingehalten werden kann – ich glaube erst daran, wenn auf den Anzeigetafeln der Saarbahn wirklich « Lebach » steht…

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