Welche Einstellungsgrößen & Kameraperspektiven sollte ich verwenden?

Schon vor den eigentliche Filmaufnahmen für deine Video-Reportage solltest du dir überlegen, welche Szenen du unbedingt festhalten möchtest und mit welchen Einstellungsgrößen diese gefilmt werden sollten.

Dabei sind 4 wichtige Einstellungsgrößen zu unterscheiden:

Totale

Totale (Foto: Camäléon)

Totale

Eine Totale präsentiert eine Szene mit ihrem Kontext, also beispielsweise Personen, die sich in einer bestimmten Umgebung aufhalten. Die Personen sind dann mit ihrem ganzen Körper zu sehen. Dem Zuschauer hilft eine solche Einstellung zu verstehen, wo sich etwas abspielt. Es wird also ein Überblick geboten. Deswegen ist diese Einstellung gerade für den Beginn deiner Reportage geeignet.

Halbtotale

Halbtotale

Halbtotale (Foto: Camäléon)

Die Halbtotale nähert sich der Handlung, insbesondere handelnden Personen, deutlich mehr an. Die Personen werden gut erkennbar und die Details ihrer Handlungen gut sichtbar. Dazu ist es nötig, mit der Kamera so nahe heranzugehen, dass Teile des Körpers (meistens die Beine) nicht mehr auf das Bild passen. Dafür lassen sich die Gesichter nun gut erkennen.

Nahe

Nahe (Foto: Camäléon)

Nahe

Bei der Nahen wird insbesondere der Kopf einer Person gezeigt. Diese Einstellungsgröße ist gerade für Interviews geeignet, da hier das Gespräch in den Mittelpunkt rückt und die Mimik gut erkennbar wird.

Großaufnahme (Close-up)

Close-up

Close-up (Foto: Camäléon)

Das Close-up fokussiert auf ein Detail, das für eine Szene wichtig ist, etwa ein Aspekt der Mimik (Augenbewegung, Zwinkern, Stirnrunzeln, etc.) oder eine wichtige Aktion mit den Händen.

Beim Schneiden verschiedener Einstellungen sollte maximal eine Einstellungsgröße übersprungen werden, da ansonsten der Zuschauer die Orientierung zu verlieren droht.

Neben der Einstellungsgröße spielt auch die Kameraperspektive (Kamerawinkel) eine Rolle. Mit einer Veränderung der Perspektive lässt sich auch oft eine bestimmte Bildaussage treffen.

Normalansicht

Normalansicht (Foto: Camäléon)

Normalansicht

In den allermeisten Fällen wirst du die Normalsicht einnehmen. Dabei befindet sich die Kamera auf der gleichen Höhe wie das gefilmte Objekts, bei Personen meist auf der Augenhöhe. Dies entspricht dem üblichen Augenblickwinkel.

Aufsicht

Aufsicht

Aufsicht (Foto: Camäléon)

Manchmal kann es jedoch auch sinnvoll sein, die Kamera auf einem Standpunkt über dem Motiv zum Einsatz zu bringen, mit der Kamera also darauf hinabzuschauen. Diese Aufsicht (oder in ihrer extremen Form: Vogelperspektive) hilft dem Zuschauer, einen Ort oder ein Geschehen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen bzw. ermöglicht die Darstellung einer Vielzahl von beteiligten Personen. Gezielt eingesetzt schafft diese Perspektive den Eindruck beim Zuschauer, das Geschehen aus einer überlegenen, starken Position zu betrachten, während das gefilmte Objekt bzw. die Person schwach oder unbedeutend erscheint.

Untersicht

Untersicht (Foto: Camäléon)

Untersicht

Beim gegenteiligen Blick, auch Untersicht (oder in ihrer extremen Form: Froschperspektive) genannt, schaut man von unten auf ein Motiv bzw. eine Person. Dadurch lässt sich die Größe und Höhe eines Objekts betonen oder beim Zuschauer Ehrfurcht vor einer als groß und mächtig wirkenden Person im Bild erwecken.

Schnittbilder

Um dir deine späteren Videoschnitt-Arbeiten zu erleichtern, solltest du einige Einstellungen drehen, die dir zunächst vielleicht unwichtig erscheinen: Szenen, die nur am Rande mit deiner Reportage zu tun haben. Diese können sich als sehr nützlich erweisen, wenn du Video- oder Interviewszenen kürzen möchtest und geeignete Bilder suchst, um verschiedene Einstellungen miteinander zu verbinden.

So können Kürzungen von Video-Interviews dadurch kaschiert werden, dass Nahaufnahmen von den Händen des Interviewpartners gezeigt werden bzw. die Interview-Situation beispielsweise in einer Totalen gezeigt wird. So kann etwa das scheinbar ruckartige Springen des Kopfes eines Interviewpartners im Video verhindert werden, das entsteht, wenn man Interviewpassagen kürzt und zusammenschneidet. Dies setzt natürlich den Einsatz einer zweiten Kamera voraus.

Außerdem können neutrale Schnittbilder verwendet werden, um Voiceovers, also später eingesprochende Kommentare oder Überleitungen, einzufügen. Auch dazu eignen sich über mehrere Sekunden gefilmte Sequenzen von ca. 7 Sekunden Länge, etwa auch Nahaufnahmen von Objekten aus einem Raum.

Es hifreich sein, von jedem gefilmten Objekt immer 3 Einstellungen (Totale / Nahe / Detail) aufzunehmen, um nachher genügend geeignetes Filmmaterial zur Verfügung zu haben.


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