Waldorfschule – Eine einfache Schule?

Waldorfschule Saarbrücken

Waldorfschule Saarbrücken (Foto: M. Libbrecht)

Wenn manche von euch von der Waldorfschule sprechen, dann meistens von einer Schule, wo alles einfacher ist und man nicht sitzenbleiben kann. Stimmt es aber wirklich?
Waldorfschulen sind eigentlich wie normale Schulen, nur dass es :

– 1 Klasse pro Klassenstufe gibt. Das heißt es gibt eine siebte Klasse mit 30-40 schülern, eine sechste mit 30-40 Schülern, eine zehnte mit 30-40 Schülern usw.

– Zusätzliche Fächer wie Eurythmie (eine Tanzform mit vielen Farben und Musik) , Schneidern, Kupfertreiben (also Sachen wie Gartendekorationen, mit Kupfer bauen) werden unterrichtet.

Die Schule wurde 1933 von Rudolf Steiner gegründet und deshalb werden sie auch Steinerschulen genannt. Während der Nazizeit wurden die Waldorfschulen fast komplett ausgelöscht (wegen der Anthroposophischen Gesellschaft, die nach Reinhard Heydrich verboten wurde, weil sie angeblich Beziehungen zu Juden und anderen Völkern aufbaute). Nach dem 2. Weltkrieg wuchsen die Zahl wieder, aber langsam.

Die Architektur ist auch sehr verschieden, da sie eher rund und sehr bunt ist und nicht so eckig und betoniert wie die anderen Schulen. Rudolf Steiner meinte, dass eine anthrophosische Architektur wichtig sei, um dem Energiezufluss freien Lauf zu lassen.

Nach dem Gründer der Waldorfschule gäbe es eine Viergliederung in einem Menschen: den physischem Körper; das seelische Ich, unsterblich und der geistliche Kern des Menschen; der Ätherleib, Träger des Wachstums und der Astralleib, der Träger des Seelenlebens. Der Unterricht besteht aus normalen Fächern wie Englisch, Sport usw. doch täglich werden 2 Stunden Hauptunterricht abgehalten, die Perioden enthalten (ein Fach während mehrerer Wochen). In den Perioden werden Fächer wie Kupfertreiben, Töpfern, aber auch Mathe oder Religion einbezogen. Geschrieben wird nicht – wie auf anderen Schulen – auf normalen Heften sondern mit speziellen ganz weißen, mit Schablone, Heften, die von behinderten Menschen gefertigt sind.

Was es nicht in anderen Schulen, sondern nur in der Waldorfschule gibt ist Eurythmie. Es ist eine Bewegungskunst, die mit Farben und Musik inszeniert ist. Der Erfinder war kein Geringerer als Rudolf Steiner. Oft gibt es in Waldorfschulen Aufführungern von Schülern, die besondere Eurythmiestücke spielen. Es gibt auch einen bekannten Aufführungssaal, wo nur Eurythmiestücke aufgeführt werden. Das Goetheanum befindet sich in Dornach, rund zehn Kilometer südlich von Basel.

Was auch speziell nur in den Waldorfschulen existiert, ist das Acht-Klass-Spiel, ein Theaterstück, das die 8. Klassen vor Publikum vorführen. Am Anfang wählen die Schüler ihr Stück und proben so lange bis Sie es aufführen können.

Hier ein Interviews mit einer Waldorfschülerin (10. Klasse):

CAMÄLEON: Seit wann bist du an der Waldorfschule?

Schülerin: Seit 2 Jahren.

CAMÄLEON: Was findest du gut an der Waldorfschule?

Schülerin: Sie ist klein.

CAMÄLEON: Was findest du schlecht an der Waldorfschule?

Schülerin: Die Disziplin.

CAMÄLEON: Wie findest du Eurythmie?

Schülerin: Manchmal langweilig.

CAMÄLEON: Wie findest du die Viergliederung von Steiner?

Schülerin: Ich weiß nicht, was das ist.

CAMÄLEON: Wie findest du das Acht-Klass-Spiel?

Schülerin: Stärkt die gemeinschaft der Klasse.

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